„Anders als die anderen“ – Stephan Bruns über das Erfolgsrezept von Porta Mondial

Bestellerprinzip, leergefegte Wohnungsmärkte, neue gesetzliche Verordnungen – 2015 war ein hartes Jahr für viele deutsche Immobilienmakler. Stephan Bruns, Franchise-Manager DACH der Porta Mondial AG und Geschäftsführer von Porta Mondial Düsseldorf, im Gespräch mit dem Magazin „Pure Lebenslust“ über Erfolgs- und Überlebensstrategien in einem hart umkämpften Markt.

Stephan Bruns (Mitte) mit seinem Team der Porta Mondial Düsseldorf

Stephan Bruns (Mitte) mit seinem Team der Porta Mondial Düsseldorf

Herr Bruns, laut einer Umfrage des Center for Real Estate Studies (CRES) ist kurz nach Einführung des Bestellerprinzips kaum ein Eigentümer bereit, in der Höhe Provisionen zu zahlen, wie es bisher bei Mietern üblich war. Welche Konsequenzen zieht Porta Mondial daraus?

 Stephan Bruns: “Unser Fokus in Deutschland liegt eindeutig im Bereich der Kaufimmobilien. Vermietung sehen wir in erster Linie als zusätzlichen Service für unsere Kunden, sodass wir uns bei Investitionsobjekten auch direkt um die anschließende Vermietung kümmern. Oder wir suchen für Kunden, die verkaufen wollen, ein entsprechendes Mietobjekt zur Eigennutzung. Das ist häufig bei älteren Immobilienbesitzern der Fall, die sich von ihrer im Alter zu pflegeintensiven Immobilie trennen möchten.

In beiden Fällen hatten wir bisher keine Probleme, uns mit den Auftraggebern entsprechend unserer Leistungen über die Provision zu einigen. Das hat aber auch viel mit gutem Service und einer dadurch resultierenden Kundenbindung zu tun. Eigentümern größerer Wohnungs-Portfolien bieten wir Sonderkonditionen.

Gerade in begehrten Lagen unterschätzen es die Eigentümer häufig, wie hoch die Nachfrage ist und werden von Anfragen gerade zu überrollt. Dann ist es schwer und vor allem sehr zeitaufwändig für Privatleute, potenzielle Mieter auf Solvenz und Solidität zu prüfen.

Unsere Aufgabe ist es, weiterhin eine entsprechende Auswahl bei den Mietinteressenten zu treffen, um das Mietausfallrisiko zu minimieren und eine homogene Mieterstruktur zu gewährleisten. Als geprüfter Immobilienmakler sind wir hier aufgrund unserer langjährigen Erfahrung objektiver in der Beurteilung und können unseren Kunden nicht nur mehr Sicherheit bieten sondern auch mehr Freizeit.“

Das Marktangebot an Kaufimmobilien in NRW ist so knapp wie seit Jahren nicht mehr, dafür nimmt gefühlt die Zahl der Makler am Markt seit Jahren zu. Wie wird sich die Branche Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren weiter entwickeln?

“Hier wird definitiv eine Konsolidierung stattfinden. Für Einzelmakler wird es zunehmend schwieriger sich am Markt behaupten zu können. Die Zeiten, „nur“ vermittelnd tätig zu sein, sind lange vorbei. Der Dienstleistungsanspruch der Käufer und Verkäufer ist sehr viel umfangreicher geworden.

Professionelle Objektpräsentation im Online- und Printbereich, Einwertung der Immobilie und Marktanalysen, Einzelbesichtigungen, Finanzierungsvermittlungen, und professionell aufbereitete Grundrisse gehören mittlerweile zum Standardrepertoire eines guten Maklers. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, bedarf es eines erheblichen Kosten- und Zeitaufwands durch die Immobilienfirmen.

Hinzu kommt, dass Eigentümer stets informiert sein möchten, wie es um die Vermarktung ihre Immobilie steht. Eine gute Kunden- und Objektmanagement-Software ist hierfür heutzutage unabdingbar. Fachkompetenz, ein gutes regionales Netzwerk, eine gute Organisationsstruktur sowie ein attraktiver und prägnanter Markenauftritt sind die Erfolgsfaktoren, sich auch zukünftig am Markt behaupten zu können.

Nicht nur bei hochwertigen Objekten lohnt es sich für Eigentümer, einen Immobilienmakler zu beauftragen.

Nicht nur bei hochwertigen Objekten lohnt es sich für Eigentümer, einen Immobilienmakler zu beauftragen.

Die regionalen „Platzhirsche“, die von einem über die Jahre gewachsenen Netzwerk profitieren, werden uns weiter am Markt begleiten, solange sie den wachsenden Ansprüchen ihrer Kunden weiterhin gerecht werden. Schwierig wird es für diese häufig inhabergeführten Unternehmen im Falle eines Generationenwechsels. Durch den stark personenbezogenen Unternehmensaufbau ist ein nachhaltiger Unternehmenswert selten gegeben.

Sowohl Einzelmakler, als auch Personen, die eine Unternehmensnachfolge anstreben, werden sich zukünftig regionalen, nationalen und internationalen Immobilienmarken und –netzwerken anschließen, um sich weiterhin am Markt behaupten zu können. Zudem kommt zukünftig der Fachkundenachweis für Immobilienmakler, der aus meiner Sicht lang überfällig ist.

Seit dem Markteintritt in Deutschland 2010 hat Porta Mondial großen Wert darauf gelegt, dass alle Partner neben internen Schulungen eine vom Immobilienverband Deutschland (IVD) und der Industrie- und Handelskammer (IHK) anerkannte Maklerausbildung genossen haben.“

 Was machen Sie anders als andere Makler?

 „Neben dem Fokus auf fachkundige Partner und Mitarbeiter, legen wir großen Wert auf unser umfassendes Dienstleistungsspektrum, unser regionales und internationales Netzwerk sowie Transparenz unserer Leistung gegenüber unserer Kunden.

In Deutschland sind wir derzeit mit 8 Standorten vertreten, wovon sich 5 in NRW befinden (Düsseldorf, Essen, Mönchengladbach, Krefeld und Ratingen). In NRW liegt auch der derzeitige Fokus der Expansion der Porta Mondial AG. Die bereits bestehenden Standorte sind für uns, wie auch für unsere Kunden von großem Vorteil, denn wir leben unser Netzwerk.

Unsere Standorte in NRW befinden sich in Regionen, die von der Nachfrage her ineinander übergehen. So ergeben sich viele Synergien bei Angebot und Nachfrage. Wir präsentieren die Objekte unserer Kunden auf Wunsch an allen Standorten, sodass wir neben den Immobilienportalen mit unseren einzelnen Regional-Webseiten mehr Nachfrage generieren können und somit Objekte zügig vermitteln können.“

 Sie bieten als einer der wenigen Immobilienmakler auch Immobilien im Ausland an. Wie kommt das Angebot bei Ihren Kunden an?

  „Ferienimmobilien sind unser Ursprung. 2005 wurde auf Mallorca die Porta Mallorquina geründet. Die heutige Tochtergesellschaft der Porta Mondial AG gehört inzwischen zu den Top3 Maklerunternehmen der Balearen. Nach Mallorca folgte die Expansion nach Ibiza und Teneriffa. 2010 erfolgte dann der Markteintritt der Porta Mondial AG in Deutschland, mit dem ersten Immobilienshop in Düsseldorf. Anfang September feiern wir unser 5-jähriges Bestehen in Düsseldorf.

Von Anfang an haben wir die Ferienimmobilien mit in unser Produkt-Portfolio mit eingebunden. Dies fängt bei der Website an, ergänzt durch die Schaufensterwerbung, bis hin zu regionalen Marketing-Aktivitäten. Abgesehen von der erhöhten Aufmerksamkeit durch die attraktiven Exposés mit Sand, Pool und sonnigem Himmel, ergeben sich auch Synergien durch die unterschiedlichen Zielgruppen.

Ferienimmobilien im Ausland rücken immer stärker in den Fokus deutscher Anleger.

Ferienimmobilien im Ausland rücken immer stärker in den Fokus deutscher Anleger.

So kommen z.B. Eigentümer auf uns zu, die ihre Immobilien auf Mallorca verkaufen möchten oder Kunden, die eine Immobilien auf Ibiza zum Kauf suchen. In beiden Fällen kooperieren wir mit unseren Partnern in den Regionen vor Ort, um unsere Kunden bestmöglich bedienen zu können.

Seit 2014 bieten wir mit unserer neuen Marke Porta Holiday nun auch die Ferienvermietung von Fincas und Villen auf Mallorca an, wodurch wir uns wieder einmal mehr von dem „Makler um die Ecke“ unterscheiden. Durch die Synergien zwischen Maklerunternehmen und Ferienvermietung können wir unseren Kunden kompetent beraten, warum z.B. eine Ferienimmobilie im Ausland auch eine interessante Kapitalanlage sein kann.

 Fünf Standorte haben Sie bereits in NRW, sehen Sie noch Kapazität für weitere?

“Selbstverständlich gibt es noch viel freie Kapazität in NRW. Andere Marken machen es vor, wie stark so eine Marktdurchdringung sein kann, jedoch legen wir großen Wert auf ein gesundes Wachstum, kompetente Partner und komfortable Lizenzregionen. Im nächsten Schritt möchten wir unsere NRW-Präsenz in Aachen, Dortmund, Münster, Köln und Paderborn ausbauen.

Selbstverständlich kommt zudem auch die Deutsche Nordseeküste mit Ihren Ferienregionen in Betracht, wo wir starkes Potential für die Porta Mondial im Rahmen des Immobilienverkaufs in Verbindung mit der Ferienvermietung über Porta Holiday sehen.“

 

Das Interview erschien im Oktober 2014 im Magazin PURE LEBENSLUST, Ausgabe Nr. 6.

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